ANGELN THAILAND
MEKONG WELS FANGEN
ANGELGUIDING

Heiße Drills im Lande des Lächelns
Kommen als Fremder, gehen als Freund: Das kann einem in Thailand schnell passieren. Das asiatische Lieblingsziel vieler Deutscher bietet aber neben paradiesischen Stränden, einer überaus freundlichen Bevölkerung und einer fantastischen Küche auch Anglern fischen vom Feinsten. Ein einzigartiger Süßwassersee bei Bangkok lädt dabei zu besonders schwergewichtigen Abenteuern ein. Rainer Korn nimmt Euch mit auf einen Streifzug durchs Land des Lächelns.
Die Freilaufrolle jault auf, als irgendetwas verdammt Großes den Teigköder geschnappt hat und mit Volldampf Richtung Seemitte abdonnert. Ach du meine Güte! Die Rute in die Hand nehmen, den Anhieb setzen und versuchen, dem Kämpfer am anderen Ende der Leine etwas entgegenzusetzen – das alles geschieht in wenigen Sekunden. Was für ein Gegner, der sich da austobt. Endlich habe ich ihn am Steg, schaue schweißüberströmt ins grüne Wasser – ein Mekong-Wels, gute 30 Pfund schwer.
Francois, unser Guide, blickt kurz hin. Netter Fisch, ja wirklich nett, aber kein Großer... Um Himmels Willen, denke ich kurz, wenn das kein Großer ist, was stellt dann ein solcher bloß mit dem Angelgerät und vor allem mit mir an? Ich sollte es noch an diesem Tage, keine sechs Stunden später, am eigenen Leib erfahren..
Der See der Superlative
Der Bung Sam Lan ist ein einzigartiges Gewässer vor den Toren Bangkoks. Der rund acht Hektar große See wurde vor 17 Jahren das erste Mal mit den größten Süßwasserfischen der Welt besetzt: eben dem Mekong-Wels (englischMekong Giant Catfish), der bis zu 150 Kilo erreichen kann, dem Siamesischen Riesenkarpfen (Giant Siamese Carp), einem Schuppenkarpfen, der das unglaubliche Gewicht von über 100 Kilo bringen kann und dem legendären Arapaima, der ursprünglich aus dem Amazonasgebiet stammt und dessen Maximalgewicht bei über 200 Kilo liegt! Um den See herum sind Stege und kleine einfache Holzbungalows gruppiert. Ein Restaurant, Angelgeschäft und kleiner Supermarkt direkt am See sorgen für den Wohlfühl-Komfort an diesem „Put-und-Take“-See der Megaklasse.
Die sagenhaften Fänge der ausländischen Gastangler ermöglicht der gebürtige Franzose Jean-Francois Helias, der seit über 20 Jahren in Thailand lebt. Der perfekt englisch sprechende, symphatische Vollblutangler unterhält ein perfekt organisiertes Guiding-Team mit den fähigsten Angelführern Thailands. Zig Weltrekorde gehen bereits auf sein Konto und von seinen Qualitäten und denen seines Teams konnte ich mich bei einem Besuch des Bung Sam Lan selbst hautnah überzeugen.
Die Kampfmaschine
Wir hatten den Angeltag durch klasse gefangen. Mekongwelse bis zu 53 Pfund landeten in den Keschern und wurden anschließend wieder vorsichtig zurückgesetzt. Am See gilt striktes Catch & Release und wer sich nicht dran hält, muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Kurz vor Angelschluss wollte ich dann meinen letzten Drill erleben – bis dahin hatte ich gut 20 Welse bis zu 40 Pfund gefangen. Wieder heulte der Freilauf auf. Doch schon kurz nach dem Anhieb fühlte ich, dass das hier ein anderes Kaliber war. Der Fisch machte, was er wollte und setzte mir seine unglaubliche Kraft entgegen. Eine halbe Stunde eines dramatischen Drills folgte, in dessen Verlauf wir so manchmal fürchteten, der riesige Fisch würde sich irgendwo an den Holzstegen losreißen. Doch ich hatte Glück und dann war auch seine Kraft irgendwann am Ende. Der Welsriese war zu groß, um ihn an Land zu bringen – er hätte sich verletzen können. Also sprang ich ins Wasser, nahm meinen Mega-Wels in den Arm und wir schossen ein paar Fotos. Im Wiegesack brachte der Mekong-Wels dann 106,4 Pfund auf die Waage. Ein Wahnsinnsbrummer, der auch in diesem fantastischen See nicht jeden Tag gefangen wird. Ich hatte bereits im Vorfeld der Reise von diesem sagenhaften See gehört – aber dass er wirklich so unglaubliche Erlebnisse bescherte, hatte ich nicht für möglich gehalten. Dabei ist ein Tag mit 20 Fischen zwischen 20 und 40 Pfund dort ein eher mäßiger Angeltag...
Land & Leute
Thailand, das frühere Siam, liegt von Mitteleuropa aus etwa 10.00 Kilometer entfernt in Südostasien. Es hat eine Fläche von 514.000 Quadratkilometern und eine Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 2000 Kilometern. Die Bevölkerungszahl beträgt annähernd 60 Millionen, von denen mehr als 10 Millionen in Bangkok leben. Weitere wichtige Städte sind Chiang Mai, Hat Yai, Korat und Surat Thani. Nachbarstaaten sind Burma im Nordwesten, Kambodscha und Laos im Osten und Malaysia im Süden. Im Westen grenzt Thailand an den Indischen Ozean und im Osten an das Südchinesische Meer. Die Thais sind ein überaus freundliches, höfliches und zurückhaltendes Volk. Gesprochen wird Thailändisch, Englisch ist weit verbreitet. Die thailändische Küche gilt als eine der besten der Welt. Jede mobile Garküche auf den Straßen Bangkoks zaubert leckerste Gerichte aus den Töpfen. Gleichzeitig ist das Preisniveau sehr niedrig, was der Urlaubskasse des europäischen Besuchers sehr entgegen kommt.
Dschungel-Trips
Guide Francois Helias bietet auch geführte Trips in den nördlichen Dschungel Thailands an. Gefischt wird hauptsächlich mit mittlerem Spinngerät (ähnlich unserem Hechtgeschirr) auf sehr kampfstarke Schlangenkopffische (Snakehead) bis 30 Pfund und Dschungelbarsche (jungle perch), ein karpfenverwandter, sehr räuberischer Fisch, mit Gewichten bis 15 Pfund. Der deutsche Partner von Francois Helias, Global Fishing Adventures, vermittelt auch gern Touren in den Dschungel. Geschlafen wird auf einem komfortablen Hausboot, in der Küche führt eine 5-Sterne-Köchin das Regiment.
INFO
Weitere Infos und Buchungsmöglichkeit der vorgestellten Angel-Trips: Global Fishing Adventures, Spanische Furt 9, 22459 Hamburg, Tel. (040) 555 05 924, Fax 559 83 542; e-mail: gfadventures@aol.com ;
Internet: www.weltweit-angeln.de
Einreisebestimmungen: für EU-Bürger und Schweizer genügt der Reisepass bei Reisen bis 30 Tage (mindestens sechs Monate gültig).
Impfungen: keine vorgeschrieben; Malaria nicht stark verbreitet;
Geld: für 1 Euro bekommen Sie 48,60 Baht (Stand November 2005); in allen größeren Städten kann an Geldautomaten mit gängigen Kreditkarten abgehoben werden.
Allgemeine Infos: www.thailandtourismus.de (sehr informative Internetseite des thailändischen Touristbüros auf deutsch); thailändisch essen: www.leckerbisschen.de (mit Rezepten und Erklärungen; sehr gute Seite).
Jean-Francois Helias’ Internetseiten mit vielen Fotos und Infos (auf Englisch): www.fishingasia.com;
www.anglingthailand.com
An dieser Stelle besten Dank an Rainer Korn, der uns diesen Bericht freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.